
Wer als Fotograf seine Erfahrungen mit den verschiedensten hochwertigen Objektiven gemacht hat, ist vermutlich enttäuscht von der billigen Kamera im iPhone. Doch mit einigen Tricks läßt sich auch mit diesem Spielzeug noch einige interessante Motive ablichten.
Dieser Hack läßt sich prima zuhause oder sogar in jedem Check-In-Bereich durchführen.
Ein durchsichtiges, dünnes Stückchen Kunststoff und etwas Wasser ist alles, was für beeindruckende Makroaufnahmen notwendig ist. Ich habe ein Stück Blister-Verpackung verwendet, aber notfalls lassen sich auch Frischhaltefolien, CD-Cover oder Cellophanpapier als Trägermaterial überreden.
Der Wasserhahn sollte nur einen ganz dünnen Strahl auslassen. Mit einzelnen Tropfen habe ich keine guten Erfahrungen - sie zerplatzen auf der Oberfläche oder sind zu groß. Das Ziel ist es, einen mittelgroßen Tropfen zu bilden. Das Schutzglas vor der Linse ist etwa 5mm groß. Der Tropfen sollte zumindest den silbernen Ring berühren, besser noch überdecken. Aber wegen den optischen Eigenschaften gilt: je runder, desto besser.
Hintergrund: Die Linse des iPhone hat einen Durchmesser von weniger als 2mm, was weit unter der Tropfenbildungsgrenze von Wasser liegt. Tropfen bilden auf glatten Oberflächen wegen der Oberflächenspannung eine halbkugelige Fläche. Wasser hat einen geringeren Brechungsgrad als Glas, daher ist der Vergrößerungsfaktor etwas kleiner als bei vergleichbaren Vergrößerungslinsen. Dazu kommt, daß die halbkugelige Form nur für das Zentrum des Bildes die Eigenschaften einer guten Linse hat. In Richtung Rand kommt es zu Verzerrungen und Farbverschiebungen. Je kleiner der Tropfen, desto kleiner ist der zentrale Bereich auf dem Bild - daher empfehle ich eine Tropfengröße von 5mm oder mehr.
Nachdem die überfälligen Tropfen weggewischt sind, sollte die Wassermenge soweit reduziert werden, daß der einzelne Wassertropfen an der Folie hängen kann und nicht mehr von selbst verrutscht. Das geht ganz gut, indem man den Tropfen mit dem Finger antippt.
Für den Komfort kann das Stückchen Folie auch noch zugeschnitten werden, und Frischhaltefolie sollte sogar von selbst an der Rückseite des iPhone kleben bleiben. Um die leichte Biegung am Rand nachzuverfolgen, ist ein flexibles Stückchen Folie von Vorteil. Nachdem der Tropfen die Kamera komplett überdeckt, heißt es nur noch:
Folie festhalten, Motive suchen und ganz nah ran!
Beispielfotos:
Normale iPhone-Perspektive


Makrofotos

Rand einer Löwenzahn-Blüte

geschlossene Moosblüte

getrockneter Thymian
Nachtrag:
Sehr Mutige können den Wassertropfen auch von der Folie auf das Schutzglas vor der Linse übertragen. Damit entfällt das umständliche Festhalten der Folie. Ich weiß allerdings nicht, wie wasserdicht das Kameramodul mit der Außenwand abschließt - daher sind Wasserschäden nicht ausgeschlossen.

