1.11.07

Tagesdehnung



Meeresbrandung
Viel größere Bilder auf dem Meeresbrandung-Blog


Auf unserer Welt gibt es einen Effekt, der dafür sorgt, daß sich die Erdrotation allmählich verlangsamt. Der Effekt ist nur sehr klein, und kommt daher, daß die Wassermassen im Meer von Sonne und Mond angezogen werden. Da dies im Wechsel (von Ebbe und Flut) geschieht, muß die Energie zum Umtransport des Wassers über einen halben Meter irgendwo her geliefert werden. Sie wird zu einem kleinen Teil aus der Bahnenergie des Mondes geliefert - aber der weitaus größere Teil kommt aus der Rotationsenergie der Erde. Daher - je stärker die Gezeiten, desto langsamer dreht sich unsere Erde.
Der Umtransport-Effekt mag vernachlässigbar klein erscheinen, und tatsächlich beträgt die Dreh-Verlangsamung auch nur 16µs pro Jahr - aber unsere Weltkugel hat wirklich viel Rotationsenergie zu bieten. Ein derartig kleiner Bruchteil genügt bereits, um Gezeitenkraftwerke dauerhaft zum Laufen zu bringen.
Wenn Gezeitenkraftwerke allerdings Energie aus dem Wechsel Ebbe-Flut schöpfen, ziehen sie allerdings zwangsläufig Energie aus diesem System. Diese Energie ist nicht mehr zum Umtransport verfügbar, sodaß sich dieser Teil der Wassermassen nicht mehr in Richtung Mond bewegen kann. Die lunare Anziehungskraft läßt dadurch aber nicht etwa nach - die fehlende Energie wird im Gegenzug wieder aus den kinetischen Energien der beiden Himmelskörper geliefert.
Das bedeutet:

  • Gezeitenkraftwerke schöpfen eigentlich nur die Rotationsenergie der Erde, der Sonne und des Mondes ab
  • Gezeitenkraftwerke sorgen also dafür, daß die Erde langsamer dreht - und damit der Tag länger wird.
Also: Ich bin für Gezeitenkraftwerke. 25-Stunden-Tag für alle!

(Wer' nicht glaubt: In der allwissenden Müllhalde steht's etwas fachkritischer.)

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