Foto zum Thema
Wieder einmal auf dem Weg nach Ulm, wieder einmal mit soviel Verspätung, daß Leute, die ihren Anschlußzug noch erwischen müßten, sich auf eine lange Wartezeit auf dem alten Bahnhof Ulm einrichten dürfen, auf dem es übrigens ab einer gewissen Uhrzeit nur noch Junkfood zu kaufen gibt.
Wieder ein langweiliger Sonntag Abend.
Solche Abende werden in zivilisierter Gesellschaft, bei einem guten Bier, Fußball und TV in gemütlicher Runde verbracht - aber nicht für den gelangweilten Pendler.
Der sitzt mit seinen Kollegen, insgeheim Trübsal über die vergeudete Stimmung blasend bei Bier und klimatisierter Luft im Zug - und versucht, einen Hauch von Individualität in das sterile Klima zu bringen, das von der abweisenden Schweigsamkeit der spießigen Pendler ausgeht.
Eine Welle von Coolness gerät in die drückend warme Sommerluft, als die Kollegen mit italienischen Designersonnenbrillen ihr Bier zur Seite stellen und ihr ebenso durchdesigntes Klapphandy aus der Hosentasche ziehen.
Die nächsten zehn Minuten gelangweilter Stille in dem Großraumabteil werden nur aufgeschreckt durch das Dröhnen zweier gequält übersteuernden Lautsprecherchen, auf deren silbernen Gehäusen - weithin sichtbar - das Vodaphone-Logo prangt.
Was auf den sündhaft teueren 0-Euro-Handies läuft und dem Kollegen unbedingt vorgeführt werden muß? Nur das Alleraktuellste: Der bekloppte Frosch aus der Fernsehwerbung - in Vollfarbe und *sigh* -ton. Für das endgeile Superschnäppchen von 2,99 zu haben - leider nur in Verbindung mit einem Monatsabo. Aber man kann eben nicht alles haben.
Jedenfalls, und das ist sicher, regt so ein Handy die Kommunikationsbereitschaft in der gemütlich-feindseligen Schweigsamkeit der Zuggemeinschaft schnell an. Schon nach den ersten deutschnationalen Hymnen, die aus den beiden Handies schallen, stimmt freudig eine andere Gruppe - nur wenige Sitze entfernt - mit ein. Natürlich auch mit Klapper- äh, Klapphandies, diesmal des Fabrikats Nokia.
Die Stimmung wird merklich freundlicher und ausgelassener, und so folgen Themen, die man sich in der "normalen" Öffentlichkeit nicht ohne Weiteres angesprochen hätte.
Aber die Tatsache, daß jeder Mitreisende ein Handy mit sich führt, schweißt die zufällig zusammengekommene Gruppe mehr oder weniger zusammen, und so beginnt ein entspanntes Geplauder über Beziehungsprobleme, Sex, Drogen und den laschen Parties, die natürlich gerade heute abend stattfinden müssen - wenn man terminlich leicht verhindert ist. Aber, wie gesagt, man verpasst ja nichts durch die leichte Verspätung.
Plötzlich mischt sich ein Mißklang in die beschwingte Runde, es wird ein Foto geschossen. Die Stimmung kippt sofort, die Blicke des gesamten oberen Abteils wenden sich scheinbar gegen den Störenfried. Wer wagt es, solch intimen Details auf Megapixel festzuhalten - und möglicherweise noch an die Öffentlichkeit zu tragen? Natürlich ist man liberal und auch sehr tolerant Außenseitern gegenüber - der Fotograf könnte ja ein manisch Kranker sein, mit dem unheilbaren Zwang besessen, jede erdenkliche Situation zu fotografieren. Oder er könnte das Kurzzeitgedächtnis durch einen Unfall verloren haben, und sich sonst die einzige Möglichkeit verbauen, sich an interessante Momente erinnern zu können. Egal, welcher tragische Fall in diesem Fall vorliegt, der Betreffende wird halb-herzlich in die Gruppe aufgenommen, zumindest verbal.
Aber die Atmosphäre ist getrübt. Die selbe ausgelassene, herzliche Stimmung will nicht mehr so recht aufkommen, denn jetzt weiß jeder: es ist ein Störenfried in unseren Reihen, ein Fremdkörper.
Und in der Gewißheit, daß jedes Detail, jedes Wort jetzt buchstäblich gegen den Angeklagten verwendet werden könnte, werden die ausgelassenen Erzählungen von der nächsten Party immer gezwungener, die Handies eingeklappt und die freudigen Blickkontakte zwischen den Mitreisenden seltener.
Eine betroffene Schweigsamkeit kehrt ein. Langsam, jeder bemerkt es, löst sich die Gemeinschaft wieder auf. So eins war jeder mit seinen Abteilnachbarn, daß es fast körperlich schmerzt, daß die perfekt harmonierende Gruppe jetzt wieder zerfallen soll. Mit letzten lauten Lachern wird die eigene Unsicherheit überspielt.
Als schließlich der Zielbahnhof leise ratternd in Reichweite kommt, grübelt man über das Geschehene nach. Und kommt zu dem Schluß, daß man so etwas bei der nächsten Fahrt unbedingt einmal wieder versuchen sollte.
Alle in der Story vorkommenden Personen sind rein fiktiv, das Foto stellt lediglich ein darstellendes Beispiel ohne inhaltlichen Zusammenhang dar. Falls sich die Eigentümer an dem Foto trotzdem in ihrer persönlichen Würde beeinträchtigt fühlen, werde ich es nach einer kurzen Mail selbstverständlich sofort entfernen.
29.5.05
27.5.05
Handywahn

Original Nokia-Gummistiefel
Handies sind doch was Schönes.
Da sitzt man im Zug, versucht ein Ründchen zu schlafen, weil der gestrige Tag irgendwie doch mehr als 24 Stunden hatte. Der Waggon rattert gemächlich vor sich hin, die werten Mitreisenden geben heute auch einmal Ruhe. Die Landschaft zieht am Fenster vorbei, und die Lider senken sich langsam dem Nullpunkt entgegen.
Dann säuselt einem eine bekannte Melodie an die empfindlichen Ohren - das altbekannte Nokia-Werbung-Gedudel. Säuselei ist übrigens schamlos untertrieben, der Angerufene kann nämlich sein Handy nicht gleich finden, und so klingelt es an die acht Mal, mit steigender Pieps-Lautstärke, bis endlich das Gedudel aufhört und eine hektisch sprechende Frauenstimme dafür eintritt. Und dann kann man nicht mal mithören - jetzt, wo man eh schon wach ist - da die Gesprächspartnerin aus dem Osten Europas stammt und der unbedarfte Mitreisende leider kein Polnisch versteht.
Immerhin spricht sie dezent, kommt es einem in den Sinn.
Andere, vorzugsweise beleibte Herren mit Halbglatze, Krawatte und Aktenköfferchen, drehen nämlich ganz gerne im Lauf des Gesprächs die Lautstärke von "ich-bin-wichtig" auf "ihr-habt-alle-zu-hören-was-ich-zu-sagen-habe"-Niveau auf. Solche Geschäftsgespräche dauern dann erfahrungsgemäß zwar nicht sonderlich lange, aber kosten Nerven.
Vielleicht läßt sich da ein Zusammenhang herstellen, kommt einem in den Sinn.
Zwischen dem Verhalten des Angerufenen und dem Handymodell. Irgendwie gibt es nämlich nie einen richtig schönen, polyphonen, harmonischen Klingelton, der einen aus dem Halbdämmer reißt.
Ob nur die Leute, die völlig schamlos in der öffentlichkeit agieren, auch ein nerviges Handy haben?
Man beginnt, die verschiedenen Handymarken verschiedenen Charakterprofilen zuzuordnen.
- Nokia-Handies sind für Angeber. Die großen, teuren zumindest. Diese
- winzig kleinen Nokias mit stecknadelkopfgroßen Tasten sind für Girlies im jugendlichen bis frühreifen Alter bestimmt, die mit ihren 2cm-Fingernägeln im Zahnstocher-Stakkato ihre Kurzmitteilungen durch die Gegend jagen. Und ständig die Aura von Hektik und Betriebssamkeit verbreiten - warum dauert das so lang, ich muß zu einem Date!
- Dann gibt es die silberne Business-Reihe bei Siemens, die gehören alle den jungen, dynamischen, mit gegeltem Haar wichtig im Zug sitzenden Firmeneinsteigern. Seht mal, Leute, ich hab ein Firmenhandy. Ist das nicht toll?
- Klapphandies! Mit 2-Megapixel-Kamera und Auslöse-Sound. Und integriertem Spiegel im Innendisplay. Gehören den naiven Blondchen im Alter zwischen 15 und 26, die immer ein wenig den Eindruck vermitteln, sie hätten eigentlich viel zu wenig Gepäck dabei. Nur, mehr können sie nicht mehr tragen, ohne drei Gentlemen gleichzeitig zur Hilfe zu bitten... die Kategorie gibts auch im Alter von 12 bis 15, da haben die Handies allerdings noch Bändchen mit irgendwelchem klimpernden Firlefanz dran hängen. Achja, mit dem Handy können sie eigentlich gar nichts, außer SMS klimpern und kichernd Fotos machen.
- Die Pragmatiker. Uraltes, robustes Handy, angeblich mit allen Grundfunktionen, die man so braucht, und ohne Schnickschnack und Spielereien. Natürlich ein Geheimtip, irrsinnig schwierig zu bekommen, etwas ganz Besonderes eben. Nur für Insider, so ein Handy. Leute mit solch einem Handy sind einfach zu geizig, um sich etwas teureres zu kaufen, und zu eitel, um genau das vor ungläubigen Bekannten ("so einen Klotz schleppst du mit dir rum???") zuzugeben.
Wie sagte doch eine meiner Bekannten, "es geht doch nichts über gepflegte Vorurteile"...
Epilog:
Nachdem ich meine sozialphilosophischen Überlegungen beendet habe, bemerke ich gar nicht, daß meine Augen schon wieder der fleischlichen Trägheit nachgegeben haben. Ich weiß allerdings nur zu genau, daß mein Reiseziel nur noch Minuten entfernt sein kann und kämpfe schwer gegen das wohlige Schlafbedürfnis.
Plötzlich, mitten in meinen inneren Kampf, ertönt ein leises Säuseln, ein polyphonischer, harmonischer Klingelton, die Prelude aus Final Fantasy 7 tönt aus der Nähe.
Bis ich mitbekomme, daß es mein Handy ist, das nach Aufmerksamkeit schreit, hat sich der Klingelton schon merklich lauter geschaltet. Ich wühle hektisch in meinem Rucksack nach dem blöden Ding - natürlich, nach ganz unten ist es mal wieder gerutscht. Schnell halte ich das jetzt mit voller Lautstärke tönende Gerät an mein Ohr und drücke den "Abnehmen"-Knopf. Meine Eltern. Ob ich denn wie geplant in 10 Minuten ankomme, sie könnten etwas länger brauchen. Ich bestätige müde und lege wieder auf.
Als ich das Handy wieder im Rucksack verstaue und mich zum Abmarsch bereit mache, spüre ich förmlich die verärgerten Blicke meiner Mitreisenden im Rücken.
Das Handyverbot in ausgewählten Waggons hat doch irgendwie seinen Zweck, kommt einem in den Sinn.
26.5.05
Welcome...

Als ich mich so durch die heutigen News wühle, stolpere ich über einen netten, kleinen Beitrag: Das Verbraucherministerium hat die "Bekanntgabe der Zusatzstoffe für Tabakerzeugnisse" online gestellt.
Online, das heißt ja bekanntlich, für jeden Wissenden frei zugänglich.
Also, neugierig wie der Mensch nun mal ist, gleich mal in die PDFs reingespitzelt.
Was ist denn da so drin, in den Zigaretten?
Da stößt man auf Begriffe wie Propylenglykol oder Calciumcarbonat. Das sagt selbst mir als Hobbychemiker recht wenig. Aber Google gibt Entwarnung: Beim einen handelt es sich um ein mit nur schwachen Nebenwirkungen versehenes Konservierungsmittel, beim anderen schlicht und einfach um Kalk. Weiß der Geier, wozu die das in die Glimmstäbchen mischen.
Aber das leichte Schmunzeln fing bei mir an, als ich mir die eher normalen Zusatzstoffe durchgelesen habe. Bei Malboro Classic ist beispielsweise Lakritzextrakt zu finden, bei Lucky Strikes wird "Kakao und Kakaoprodukte" zugesetzt und die West-Zigaretten sind mit braunem Zucker versehen. Doch das sind nur die beliebtesten Marken. Wenn man etwas genauer hinsieht, finden sich einige wirkliche Kuriositäten:
- - Cellulosefasern (in sehr vielen vorhanden, tippe auf Füllstoff)
- - Guarkernmehl (auch in sehr vielen vorhanden, ein natürlicher Geschmacksverstärker)
- - Johannisbrotkernmehl (dito)
- Rum und Schokolade (Prince Original, Blue und White)
- Pflaumensaft/-extrakt (viele)
- alle erdenkbaren Zuckerformen (fast alle)
- Kakao/Kakaoprodukte (viele)
- Apfelsäure (Power Blend)
- Milchsäure (Turbo Filter, Sex Filter)
- Isopentan (Superkings Blue) (Google sagt nicht viel dazu, aber es ist in die Liste der Gefahrenstoffe eingetragen und gehört eindeutig nicht in die Lunge...)
- Natriumcarboxymethylcellulose (Shepheard's Hotel) (natürliches Gelier- und Verdickungsmittel)
- Sorbit (Silk Cut Smooth) (wird auch in Zahnkaugummis verwendet)
Ich wäre jedenfalls eher zufrieden, wenn in der Liste noch eine kurze Begründung stehen würde, warum dieser und jener Zusatzstoff enthalten ist. Da sollte sich die Tabakindustrie mal ordentlich rechtfertigen, und diesen oder jenen Stoff zur Belustigung der Mitraucher auf die Packung schreiben - und vor allem das Ergebnis dann in die Werbung einfließen lassen.
Für Raucher und solche, die es nicht werden wollen:
die offizielle Liste der Zusatzstoffe in Tabakartikeln
Epilog:
Heute vormittag sehe ich zwei Jungs aus der nahen Volksschule, geschätztes Alter 14. Tatsächliches Alter eher 12. Ziehen sich jeder eine Packung Rauchware aus dem Automaten und verschwinden wieder in der Schule - vermutlich, um die Dinger einzeln zu verhökern.
Steht das nicht ein wenig im hirnerweichend ironischen Kontrast zu der Lucky-Strike-Webseite, auf der man sich per E-Mail registrieren muß, inklusive aller Personaldaten, nur um zu beweisen, daß man volljährig ist?
Ich wollte mir nur ein einschlägiges Bild für den heutigen Blog holen, hab es aber dann doch gelassen.
Stellen wir uns zum krönenden Abschluß zwei Cowboys vor, die in der Wildnis sitzen, den Sonnenuntergang bewundern. Einer zieht wortlos sein Feuerzeug aus der Westentasche und zündet sich seine Lieblingsmarke an. Der zweite tut es ihm ebenso wortlos gleich.
Dann sitzen die beiden im Gras und inhalieren den Duft nach Freiheit - und ein leichtes Kakao- und Lakritzaroma zieht durch die Luft...
24.5.05
Mein Ego und die dritte Hirnhälfte
Da die Statistiken gezeigt haben, daß nichts die Leute so wenig interessiert wie lange Selbstdarstellungen und Erklärungsversuche über ihren Blog, lasse ich den Teil mit dem Ego einfach mal großzügig weg und komme zu
meiner dritte Hirnhälfte.
oder: Ode an Palm
Man könnte jetzt anfangen, darüber zu streiten, ob eine dritte Hirnhälfte überhaupt möglich ist, ob sie sinnvoll ist und ob der Mensch ein drittes Hilfsmittel überhaupt zu benutzen weiß.
Aber das ist eigentlich egal, erstens kommt bei solchen Diskussionen ohnehin nie etwas wichtiges heraus, und zweitens ist meine dritte Hirnhälfte schon einige Jahre im Gebrauch.
Sie sieht nicht aus wie eine Hirnhälfte. Das ist auch gut so, denn damit würde ich im Bus sicherlich mehr auffallen als mir lieb ist. Auch wenn da viele Medizinstudenten rumlaufen, denen man als Laie so etwas durchaus zutrauen würde.
Nein, sie sieht eher aus wie eine PSP. Schlank, durchdesignt, elektronisch.Und da drin steckt alles, was ich bisher vergessen habe oder je vergessen könnte.
Natürlich hat bis jetzt jeder gemerkt, daß meine Hirn-Expansion in Wirklichkeit ein Minicomputer ist. Aber das ist deswegen nicht weniger interessant.
>Dieses kleine Gerät schafft es, mein komplettes Leben zusammenzuhalten - aus der Tasche ziehen, einschalten und mit einem Taps auf den Bildschirm Informationen anzuzeigen ist eins.
Jetzt könnte man sagen, wozu braucht man denn sowas.
Im Internetzeitalter, wo sich der moderne Mensch doch seine Telefonnummern auf dem Handy, seine Musik-Sammlung auf dem MP3-Stick, seine Fotosammlung auf dem Laptop, seine Spiele auf dem Computer speichert, seine Termine in einen Terminkalender einträgt und früh am Morgen die abonnierte Zeitung im Internet liest. Alltagsleben 2005. Wo ist hier noch Notwendigkeit für so ein Ding, wenn es doch für jedes erdenkliche Bedürfnis ein Stück Elektronik gibt?
Jetzt könnte ich frech gegenfragen, und ein leises Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen, wenn ich gegenfrage: wozu nicht alles auf einmal speichern - immer dabei, in Sekundenschnelle abrufbar?
Von Terminen, anstehenden Klausuren, Webaddressen, Notizen über Fernsehserien, spontanen Ideen, die einem bei langen Wartezeiten kommen, Addressen, Telefonnummern, Bilder und Handynummern von allen Leuten, mit denen ich je einmal Kontakt aufnehmen wollen könnte, bis hin zu ganzen Fotoalben und Musiksammlungen, ich habe alles dabei. Ja, sogar Videos schaue ich mir auf dem kleinen Ding an und Tausende von eBooks (rein elektronische Bücher) zu lesen ist auch eine meiner Hauptbeschäftigungen. Das Internet bietet sogar sämtliche klassischen Werke der Weltiteratur kostenlos - zwei Klicks, und schon hat man alle Schiller'schen Werke in der Westentasche.
In der Business-Welt ist so ein ähnliches Gerät sehr beliebt geworden, es sieht noch ein bißchen professioneller aus und kostet auch ein bißchen mehr.
In meinem Freundeskreis leihe ich meinen Minicomputer gerne mal her; es sind einige nette Spiele installiert, die auf Spielspaß, ein interessantes Konzept und einfache Bedienung setzen. Im Gegensatz zu einem "normalen" Computerspiel ist hier die Schranke zwischen Mensch und Maschine viel niedriger.
Auf den Bildschirm zu tippen ist das Prinzip - die naheliegenste Sache ist, da zu berühren, wo man sich die Wirkung erwartet. Knöpfe werden direkt mit dem Finger betätigt, Bewegungen werden oft nur auf dem Bildschirm ausgeführt. Dieses Konzept funktioniert prächtig! Ich wage zu sagen, wem ich dieses Gerät in die Hand drücke, der hat innerhalb von 10 Sekunden gelernt, damit umzugehen. Ein Traum an Benutzerfreundlichkeit - das macht es natürlich auch beliebt, Frustphasen sind ausgeschlossen, Spielspaß garantiert.
Natürlich hat meine dritte Hirnhälfte auch einen offiziellen Namen und eine Gattungszugehörigkeit.
Um einmal ganz offiziell zu werden, es handelt sich um einen Zodiac1 (limited first edition) von der unbekannten kalifornischen Firma Tapwave. Das Betriebssystem, das die einfache und schnelle Bedienung erst möglich macht, nennt sich PalmOS, und ist auf vielen, vielen Geräten verbreitet.
Ich würde sogar mal ganz selbstbewußt behaupten, für jeden, der sich gut genug informiert, ist irgendein Modell von diesen hier ausgestellten genau das richtige. Auch Computerhasser dürfen sich angesprochen fühlen, bei einem solchen Organizer muß man sich nicht mit irgendwelchen Betriebssystemen und Fehlermeldungen herumschlagen.
Die meisten Besitzer dieser PDAs (portable digital assistent = tragbarer, digitaler Assistent) nennen ihren Taschencomputer übrigens kurz "Palm", weil der Produktname künstlich klingt oder ihnen zu lang ist.
Das führt dann letztendlich dazu, daß im Geiste jeder Besitzer dasselbe Teil und damit jeder die gleichen Problemchen, Wünsche und Anregungen hat. Leute, die ein wenig Erfahrung im Programmieren haben, haben schließlich angefangen, anderen Leuten mit Problemen auszuhelfen und ihnen ein kleines Programm zum Mitnehmen zu schreiben.
Weil es die Idee Palm schon sehr lange gibt, haben sich in der Zwischenzeit eine Unmenge an nützlichen Programmen angestapelt. Und weil die Programme nicht schwer zu schreiben sind und die Autoren meistens Privatleute wie du und ich sind, verlangen sie auch sehr oft kein Geld für ihre Programme. Das heißt, die nützlichsten Anwendungen, die viele Leute mal brauchen konnten, sind Freeware, also kostenlos.
Wen ich jetzt, nicht ganz ohne Absicht, von dieser Idee begeistert habe; wer sich ständig über vergessene Termine ärgert oder die Bedienung von seinem Handy für Notizen, Adressen und Termine viel zu umständlich und zeitraubend findet, der soll sich mal auf den oben verlinkten Seiten ein bißchen umschauen.
Wenn dann die unweigerliche Frage kommt, was denn so ein hochentwickeltes Teil Technik kostet, kann ich auch eine sehr beruhigende Antwort geben, nämlich "ebay". Nur mal zur Preisvorstellung.
Die Suche zeigt die allerkleinsten Einsteiger-Palms. Wem dir das noch zuviel ist, sollte du dir besser überlegen, ob du dir den Internetzugang leisten kannst.
Leider sagt die Werbung in der heutigen Zeit, alles muß schneller, bunter, lauter und größer sein.
Die "billigen" Einsteigermodelle haben gegenüber den fortgeschrittenen Modellen (übrigens auch hier gewaltige Preisschwankungen) - im Gegensatz zu dem, was uns der Blödmarkt gerne sagen will, gewaltige Vorteile, die selbst die teuersten Geräte nicht aufholen können.
Somit kann man sagen, es gilt nicht: je teurer so ein Palm ist, desto besser ist er.
Sondern jeder muß den Palm finden, der zu ihm passt.
Ich habe in die Suche die Einsteigerreihe der Zire-Serie verlinkt, weil diese vom Hersteller explizit als Einsteigermodelle verkauft wurden - übrigens zu 79 Euro Neupreis.
Auf diesem Gerät läuft jede bisher erschienene produktive Software für PalmOS!
Es gibt keine Einschränkungen, daß der Prozessor zu langsam ist, zu wenig Arbeitsspeicher vorhanden oder nicht die neueste Grafikkarte eingebaut ist. Wenn du dein Leben organisieren willst, oder alles vergißt und noch einen Platz in der Westentasche frei hast, dann laß dich von dieser Idee einfangen, informiere dich gründlich, und schreib dann mir deine Meinung.
Mal sehen, ob du nicht auch in ein paar Tagen, probehalber, eine dritte Hirnhälfte in der Hand hältst....
Epilog:
Ein Foto von meinem Gerät ;)

Thanks to ImageShack for Free Image Hosting
meiner dritte Hirnhälfte.
oder: Ode an Palm
Man könnte jetzt anfangen, darüber zu streiten, ob eine dritte Hirnhälfte überhaupt möglich ist, ob sie sinnvoll ist und ob der Mensch ein drittes Hilfsmittel überhaupt zu benutzen weiß.
Aber das ist eigentlich egal, erstens kommt bei solchen Diskussionen ohnehin nie etwas wichtiges heraus, und zweitens ist meine dritte Hirnhälfte schon einige Jahre im Gebrauch.
Sie sieht nicht aus wie eine Hirnhälfte. Das ist auch gut so, denn damit würde ich im Bus sicherlich mehr auffallen als mir lieb ist. Auch wenn da viele Medizinstudenten rumlaufen, denen man als Laie so etwas durchaus zutrauen würde.
Nein, sie sieht eher aus wie eine PSP. Schlank, durchdesignt, elektronisch.Und da drin steckt alles, was ich bisher vergessen habe oder je vergessen könnte.
Natürlich hat bis jetzt jeder gemerkt, daß meine Hirn-Expansion in Wirklichkeit ein Minicomputer ist. Aber das ist deswegen nicht weniger interessant.
>Dieses kleine Gerät schafft es, mein komplettes Leben zusammenzuhalten - aus der Tasche ziehen, einschalten und mit einem Taps auf den Bildschirm Informationen anzuzeigen ist eins.
Jetzt könnte man sagen, wozu braucht man denn sowas.
Im Internetzeitalter, wo sich der moderne Mensch doch seine Telefonnummern auf dem Handy, seine Musik-Sammlung auf dem MP3-Stick, seine Fotosammlung auf dem Laptop, seine Spiele auf dem Computer speichert, seine Termine in einen Terminkalender einträgt und früh am Morgen die abonnierte Zeitung im Internet liest. Alltagsleben 2005. Wo ist hier noch Notwendigkeit für so ein Ding, wenn es doch für jedes erdenkliche Bedürfnis ein Stück Elektronik gibt?
Jetzt könnte ich frech gegenfragen, und ein leises Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen, wenn ich gegenfrage: wozu nicht alles auf einmal speichern - immer dabei, in Sekundenschnelle abrufbar?
Von Terminen, anstehenden Klausuren, Webaddressen, Notizen über Fernsehserien, spontanen Ideen, die einem bei langen Wartezeiten kommen, Addressen, Telefonnummern, Bilder und Handynummern von allen Leuten, mit denen ich je einmal Kontakt aufnehmen wollen könnte, bis hin zu ganzen Fotoalben und Musiksammlungen, ich habe alles dabei. Ja, sogar Videos schaue ich mir auf dem kleinen Ding an und Tausende von eBooks (rein elektronische Bücher) zu lesen ist auch eine meiner Hauptbeschäftigungen. Das Internet bietet sogar sämtliche klassischen Werke der Weltiteratur kostenlos - zwei Klicks, und schon hat man alle Schiller'schen Werke in der Westentasche.
In der Business-Welt ist so ein ähnliches Gerät sehr beliebt geworden, es sieht noch ein bißchen professioneller aus und kostet auch ein bißchen mehr.
In meinem Freundeskreis leihe ich meinen Minicomputer gerne mal her; es sind einige nette Spiele installiert, die auf Spielspaß, ein interessantes Konzept und einfache Bedienung setzen. Im Gegensatz zu einem "normalen" Computerspiel ist hier die Schranke zwischen Mensch und Maschine viel niedriger.
Auf den Bildschirm zu tippen ist das Prinzip - die naheliegenste Sache ist, da zu berühren, wo man sich die Wirkung erwartet. Knöpfe werden direkt mit dem Finger betätigt, Bewegungen werden oft nur auf dem Bildschirm ausgeführt. Dieses Konzept funktioniert prächtig! Ich wage zu sagen, wem ich dieses Gerät in die Hand drücke, der hat innerhalb von 10 Sekunden gelernt, damit umzugehen. Ein Traum an Benutzerfreundlichkeit - das macht es natürlich auch beliebt, Frustphasen sind ausgeschlossen, Spielspaß garantiert.
Natürlich hat meine dritte Hirnhälfte auch einen offiziellen Namen und eine Gattungszugehörigkeit.
Um einmal ganz offiziell zu werden, es handelt sich um einen Zodiac1 (limited first edition) von der unbekannten kalifornischen Firma Tapwave. Das Betriebssystem, das die einfache und schnelle Bedienung erst möglich macht, nennt sich PalmOS, und ist auf vielen, vielen Geräten verbreitet.
Ich würde sogar mal ganz selbstbewußt behaupten, für jeden, der sich gut genug informiert, ist irgendein Modell von diesen hier ausgestellten genau das richtige. Auch Computerhasser dürfen sich angesprochen fühlen, bei einem solchen Organizer muß man sich nicht mit irgendwelchen Betriebssystemen und Fehlermeldungen herumschlagen.
Die meisten Besitzer dieser PDAs (portable digital assistent = tragbarer, digitaler Assistent) nennen ihren Taschencomputer übrigens kurz "Palm", weil der Produktname künstlich klingt oder ihnen zu lang ist.
Das führt dann letztendlich dazu, daß im Geiste jeder Besitzer dasselbe Teil und damit jeder die gleichen Problemchen, Wünsche und Anregungen hat. Leute, die ein wenig Erfahrung im Programmieren haben, haben schließlich angefangen, anderen Leuten mit Problemen auszuhelfen und ihnen ein kleines Programm zum Mitnehmen zu schreiben.
Weil es die Idee Palm schon sehr lange gibt, haben sich in der Zwischenzeit eine Unmenge an nützlichen Programmen angestapelt. Und weil die Programme nicht schwer zu schreiben sind und die Autoren meistens Privatleute wie du und ich sind, verlangen sie auch sehr oft kein Geld für ihre Programme. Das heißt, die nützlichsten Anwendungen, die viele Leute mal brauchen konnten, sind Freeware, also kostenlos.
Wen ich jetzt, nicht ganz ohne Absicht, von dieser Idee begeistert habe; wer sich ständig über vergessene Termine ärgert oder die Bedienung von seinem Handy für Notizen, Adressen und Termine viel zu umständlich und zeitraubend findet, der soll sich mal auf den oben verlinkten Seiten ein bißchen umschauen.
Wenn dann die unweigerliche Frage kommt, was denn so ein hochentwickeltes Teil Technik kostet, kann ich auch eine sehr beruhigende Antwort geben, nämlich "ebay". Nur mal zur Preisvorstellung.
Die Suche zeigt die allerkleinsten Einsteiger-Palms. Wem dir das noch zuviel ist, sollte du dir besser überlegen, ob du dir den Internetzugang leisten kannst.
Leider sagt die Werbung in der heutigen Zeit, alles muß schneller, bunter, lauter und größer sein.
Die "billigen" Einsteigermodelle haben gegenüber den fortgeschrittenen Modellen (übrigens auch hier gewaltige Preisschwankungen) - im Gegensatz zu dem, was uns der Blödmarkt gerne sagen will, gewaltige Vorteile, die selbst die teuersten Geräte nicht aufholen können.
Somit kann man sagen, es gilt nicht: je teurer so ein Palm ist, desto besser ist er.
Sondern jeder muß den Palm finden, der zu ihm passt.
Ich habe in die Suche die Einsteigerreihe der Zire-Serie verlinkt, weil diese vom Hersteller explizit als Einsteigermodelle verkauft wurden - übrigens zu 79 Euro Neupreis.
Auf diesem Gerät läuft jede bisher erschienene produktive Software für PalmOS!
Es gibt keine Einschränkungen, daß der Prozessor zu langsam ist, zu wenig Arbeitsspeicher vorhanden oder nicht die neueste Grafikkarte eingebaut ist. Wenn du dein Leben organisieren willst, oder alles vergißt und noch einen Platz in der Westentasche frei hast, dann laß dich von dieser Idee einfangen, informiere dich gründlich, und schreib dann mir deine Meinung.
Mal sehen, ob du nicht auch in ein paar Tagen, probehalber, eine dritte Hirnhälfte in der Hand hältst....
Epilog:
Ein Foto von meinem Gerät ;)

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