30.10.07

Heimtagging

Tagging ist im Internet allgegenwärtig.
Sei es Youtube, Flickr, Last.Fm, del.icio.us oder alle möglichen Blogs - alle sortieren ihre Inhalte durch inhaltsrelevante Tags. Und bei genug Inhalt bringt die sogenannte Tag-Cloud genug Übersicht, um sich nicht in Einzelheiten zu verlieren. Tags lassen sich schön mit komplexen Suchanfragen kombinieren und werden sowohl von Mensch als auch Maschine gut verstanden.
Wer sich mit der Fotografie halbewegs auskennt, ist wohl auch schon der Möglichkeit begegnet, solche Tags in die Foto-Metadaten zu schreiben. Um aber auch seine Pornosammlung Musikvideos, gesammelten PDF-Unterlagen und sämtliche Office-Dokumente übersichtlich sortieren zu können, gibt es auf der heimischen Festplatte keine Möglichkeit.
Für diesen Zweck habe ich mal dieses feine Tool ausgegraben:
tag2find
Pro:
  • Das Verteilen von Tags ist recht intuitiv und gut auf große Datenmassen ausgelegt.
  • Die öfter verwendeten Tags können direkt ausgewählt - oder manuell etwas Neues eingetippt werden.
  • Die Suche läuft schnell und übersichtlich ab.
  • Die Steuerung geht nahtlos zwischen Tastatur und Maus und ist auf Geschwindigkeit und Komfort optimiert.
  • Tags werden in die NTFS-Metadaten geschrieben
Kontra:
  • Tagging nur unter NTFS möglich
  • Alpha "Technical Preview"-Status wird an einigen Fehlermeldungen deutlich. Bei jeder Meldung ist allerdings standardmäßig "Ignore" angewählt, und tatsächlich geht's danach auch recht problemlos weiter.

23.10.07

Turbokartoffeln



Porsche  Cayenne

Kartoffeln aus der Mikrowelle
Seltsame Rezepte aus der Studentenküche (100% tested and approved)


Manchmal muß es wirklich schnell gehen.
Wie kriegt man Kartoffen für 6 Personen in 20 Minuten eßfertig?
- Schälerei: 5-15 Minuten, je nach Übungsgrad
- kochendes Wasser: 10-15 Minuten
- normales Kochen: 30-45 Minuten
- Schnellkochtopf: 10-15 Minuten
Alles in Allem, zu lang.

Meine Planung:
Minute 0: Kartoffeln schälen, spart euch das Waschen. Die Schale kommt eh komplett weg.
Minute 7: die geschälten Biester in ein Sieb werfen und mit kaltem Wasser überschütten (damit werden sie sauber und haben genug Anfangs-Feuchtigkeit).
Dann jede große Kartoffel von zwei Seiten mit einer Gabel anstechen (volle Breitseite). Sonst platzen sie euch nachher.
Minute 9: alles inklusive Sieb ab in die Mikrowelle, 3 Minuten bei voller Power. Hauptsache es ist ein Plastiksieb, Metallsiebe hinterlassen ein lustiges Feuerwerk :)
Parallel eine Schüssel mit (möglichst) warmen Wasser füllen.
Der Trick bei der Mikrowellen-Garung ist, das bereits vorhandene Wasser in der Kartoffel auf 100° zu erhitzen und damit die Knolle im eigenen Saft zu garen.
Minute 11: Sieb raus aus der Mikrowelle, kleine Kartoffeln in das Wasser werfen. Sieb einmal durchschütteln (wichtig!) und nochmal 3 Minuten volle Knäcke Mikrowelle. Während dieser 3 Minuten mit der Gabel soviele kleine Kartoffeln wie möglich durchlöchern.
Wieso? Das Problem bei der Mikrowellen-Garung ist, daß die Strahlung direkt auf Wasser wirkt und dieses im Extremfall zum Verdampfen bringt. Daher sind kleine Kartoffeln problematischer als große - diese haben eine größere Oberfläche zum Verdampfen, und trocknen daher schnell aus. Und wo kein Wasser, da kann nichts kochen.
Minute 14: Schüssel mitsamt kleiner Kartoffeln über dem Sieb ausleeren. So spart man sich das Abgießen des Wassers, und die großen Kartoffeln kriegen gleich noch einen Schwall Feuchtigkeit für die äußeren Knollenregionen. Die letzten 5 Minuten volle Power. Währenddessen die Butter aus dem Kühlschrank holen und Petersilie hacken. Und vielleicht sogar den Tisch decken.
Minute 19: Raus aus der Mikrowelle, die Knollen sollten jetzt gar sein. (Die Garung verläuft übrigens von innen nach außen, testet also beim Prüfen eher die äußeren Regionen auf Festigkeit.) Alles auf einen Teller schütten, und ein paar Butterklümpchen auf den noch dampfenden Turbokartoffeln verteilen.
Minute 20: frische Petersilie drüberstreuen und alles zum Essen rufen :)

14.10.07

Müslireinigung

Heute mal etwas Anderes, aus aktuellem Anlaß (wie so oft):



verschüttetes Schokomüsli

Wie bekomme ich verschüttetes Müsli vom Teppichboden?
Seltsame Tutorials aus der Studentenküche (100% tested and approved)


Eines sonnigen Tages bekommt der Ordner das Übergewicht, kippt die anderen fünf in einer Dominokette um und reißt die Müslipackung mit. Glücklicherweise war sie nicht mit der "praktischen Deckellasche" verschlossen und kippt ihren krümeligen Inhalt auf den Teppich.

Man nehme:


Einen Staubsauger


Etwas grobmaschigen Stoff
(in meinem Fall ein Fliegennetz)


Eine saubere Rocher-Schachtel mit Deckel
Alternativen sind recht selten,
eine gute Faustregel ist, kein weiches,
biegsames Plastik zu verwenden.


Dann geht es los. Mit dem Fliegennetz vor dem Staubsaugerrohr saugt man das Müsli vom Boden und leert den aufgefangenen Inhalt in die transparente Dose.


Das Müsli, natürlich noch haarig und fusselig


Was das Müsli verunreinigt, sind lange, "große" Objekte wie Haare - und kleine, sehr leichte Objekte wie Staub und Mikrofusseln. Für beide Fremdkörper machen wir uns die Elektrostatik zu Nutze.


Deckel abnehmen und beidseitig ausgiebig rubbeln


Deckel drauf und ausgiebig schütteln
Den Deckel beim Schließen nur an den Seiten anfassen,
da sonst die elektrische Ladung verloren geht!


Was passiert?
Die leichten, großen Objekte - Haare - steigen beim Schütteln statistisch nach oben und bleiben wegen der Elektrostatik am Deckel kleben.
Beim Schütteln wird außerdem die restliche Dose von innen leicht elektrostatisch aufgeladen - wodurch die winzigen Fusseln und Staubpartikel am Boden kleben bleiben.


Müsli langsam und vorsichtig auskippen,
Dose dabei nicht schütteln!


...und das Ganze so oft wiederholen, bis auch das letzte Stäubchen verschwunden ist.


Mein Tip, nebenbei:


Sushi-Müsli


Attraktive Form, perfekt dosiert als Zwischenmahlzeit - und, euch wird nicht ein einziges dieser gut versteckten Schokoplättchen mehr entgehen.

1.10.07

Synästhesie



frische Erdbeeren in alle drei Pralinéschichten getaucht


Synästhesie? Ein sehr interessantes Talent, bei denen Sinne übereinander fließen und keine klare Abgrenzung mehr möglich ist. Da wird ein Saxophonton plötzlich eine dunkelblaue Kugel und ein Straßenname schmeckt ein bißchen nach Himbeere. Diejenigen wenigen, die betroffen sind, haben recht eindeutig ein bereichertes Leben und könnten sich beispielsweise gar nicht vorstellen, eine Buchseite ohne zu lesen, ohne die Buchstaben vor ihrem inneren Auge in ihrer jeweils eigenen Farbe zu sehen.
Allerdings wissen nur Wenige, daß man dieses Talent auch als "Normalo" zumindest im Ansatz selbst probieren kann. Das Zauberwort dazu heißt Assoziation, ich hab da mal was vorbereitet...

Welche Farbe hat Schokolade?

Zuerst einmal mache ich die Augen zu. Die visuelle Farbe, gekoppelt an Wellenlängen und Sehzellen, hat für mich keine wesentliche Bedeutung für den Gesamtbegriff "Schokolade". Der besteht hauptsächlich erst einmal aus Geschmack. Also, alle anderen Sinne aus.
Schokolade schmeckt angenehm. Also treffe ich eine erste Vorauswahl, die schon einmal alle unangenehmen Farben ausschließt - Grün-Braun-Töne, Neongelb und Grau. Dann schmeckt Schokolade mit Sicherheit intensiv - im Gegensatz beispielsweise zu weißem Tee oder purem Reis. Also konzentriere ich mich, ganz allgemein, auf schöne und intensive Farbtöne. Dann - ein Stückchen in den Mund nehmen, schmecken und nach Farben suchen. Ich probiere also erst einmal die Grundfarben aus und versuche, eine passende Assoziation zwischen Geschmack und Farbe herzustellen. Weiße Schokolade schmeckt sehr süß, recht leicht und knackig, hat einen recht aufdringlichen und ganz leicht scharfen Körper. Die Farbe, die letztendlich am besten für mich passt, ist ein glänzendes Türkis.
Milchschokolade ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Sanft und mild zergeht sie auf der Zunge, mit einem schweren, schmelzenden Charakter und lang anhaltendem, vollem dunklem Aroma. Ein sattes Dunkelrot trifft es für mich am ehesten.

Probiert's mal aus - am einfachsten ist es wirklich, Gerüche und Geschmackseindrücke zu Farben zu verarbeiten. So würde es sich anfühlen, wenn ihr Synästheten wärt - nur daß ihr euch nicht auf die Wahrnehmung konzentrieren müßtet, sondern sie wäre immer "dabei".

Tip: Nicht plötzlich die Kanäle wechseln. Sich vorzustellen, wie das Äußere der Schokolade mit dieser Farbe aussehen würde, zerstört die Geschmacksassoziation.
Für Fortgeschrittene: Beinahe eben so leicht ist es, sich Farben und Formen zu einzelnen Klängen einer Musik vorzustellen. Schwerer wird es bei Sinnen, die selten bewußt gebraucht werden - wie zum Beispiel dem Tast- oder dem Temperatursinn. Möglich ist aber alles.